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Mittwoch, 17. März 2010 - 08:13 Uhr
SAUERSTOFF II

Gestern hatten wir über die Wichtigkeit von Sauerstoff berichtet und wie dieses Lebenselixier zu den Organen transportiert wird.

Heute müssen wir in etwas einfachere Abgründe hinabsteigen. Offenbar gibt es immer wieder Probleme zwischen Trainingsmitgliedern, was die Frischluftzufuhr betrifft. Die einen möchten offene Fenster, die anderen am liebsten eine Raumtemperatur von 28 Grad mit entsprechender Luftqualität...

Für Indoor-Aktivitäten hat sich eine Raumtemperatur von 16 bis max. 18 Grad als optimal erwiesen. Gerade in der Ausdauerzone ist die Zufuhr von Frischluft eminent wichtig: Die Menschen schwitzen mehr als beim Krafttraining und Ausdauertraining ist, so wie wir es als Grundlagentraining empfehlen, aerobes Training. Dies bedeutet „unter Sauerstoffüberschuss“!

Halten wir die Fenster nun ungenügend geöffnet, ist gutes Training schlicht nicht möglich, da der Sauerstoffgehalt sinkt. Dies vor allem wenn diverse Trainierende sich gleichzeitig im Raum aufhalten. Abgesehen von diversen, systemimmanenten und daher nicht zu vermeidenden Ausdünstungen...

Unsere Instruktoren sind gehalten, darauf zu achten dass genügend Frischluft im Ausdauer- und Kraftraum vorhanden ist. Wir vermeiden auch Querlüftungen im Krafttrainingsbereich, ausser an besonders heissen und stickigen Tagen.

Luft nur von einer Front kann keinen „Durchzug“ auslösen und damit besteht auch keine Gefahr der Unterkühlung, wie diese auch bei Klimaanlagen entstehen kann (die teilweise von unseren Gästen eingefordert wird...).

Und: Sollte man bei einer Indoor-Aktivität bei offenem Fenster frieren, sich dabei vielleicht mal fragen, ob man wirklich trainiert...

© Dres. med. Marco Caimi et Angela Reinhart

Dienstag, 23. Februar 2010 - 10:24 Uhr
Alli-baba und die 40 rezeptfreien Fetträuber

Wer hätte das gedacht: „Neue Diät-Pille Alli ist Top-Seller“. Dies schreibt die Basellandschaftliche Zeitung in der Ausgabe vom 21. Februar 2010. Laut Artikel war Alli im ersten Verkaufsmonat das von Apotheken und selbst distribuirenden Ärzten am häufigsten verkaufte nicht rezeptpflichtige Schlankheitsmittel. Für den Hersteller sei diese Nachricht „fantastisch“. Alli war im Januar das in den grössten Mengen von Apotheken und Ärzten bei den Grossisten bestellte rezeptfreie Schlankheitsmittel. „Zählt man die rezeptpflichtigen Schlankheitsmittel hinzu, rangiert Alli nach Reductil und Xenical auf Platz 3.“ Einige Apotheken vermelden jetzt schon, dass Alli Xenical überholt hätte.

Wenn jemand an diesem Erfolg gezweifelt hat, dann muss dieser Zweifler hinter dem Mond gelebt haben. Oder glaubten diese Zweifler wirklich, dass der Hersteller dieses Produkt nur für eine kleine Zielgruppe mit stark krankhaftem Übergewicht entwickelt hat? Die Vorgabe, dass Alli nur für Menschen ab BMI 28 eingesetzt werden soll, wird mit der rezeptfreien Distributionsstrategie gleich obsolet.

Stellen Sie sich vor, da gibt es viele Menschen, die über viele viele Jahre einen meist angenehmen Lebensstil praktizieren, der sie an Gewicht zunehmen lässt. Ein Lebensstil geprägt von einem Mehr an Kalorieneinnahme im Vergleich zum Kalorienverbrauch. Gepaart mit einem Dasein im Dauerstresszustand, wenig Schlaf, wenig Bewegung, wenig frischer Luft, wenigen sozialen Kontakten, wenig Nährstoffe, wenig... Viele Versuche mit Crash-Diäten blieben erfolglos oder wellenförmig (Jojo) und gezeichnet von körperlichem und mentalem Raubbau. Genau dann kommt die Wunderpille, welche nicht rezeptpflichtig und überall erhältlich ist. Diese Wunderpille ist listig und mag gar nicht als solche bezeichnet werden, denn „Alli ist keine Wunderpille, sondern eine Kapsel zur Gewichtsreduktion – kombiniert mit einem Programm, das Sie bei der Umstellung Ihrer Ess- und Bewegungsgewohnheiten unterstützt “. Aha.

Dann lesen wir auf deren Homepage weiter: „Alli bewirkt, dass ein Teil des Fettes, das Sie zu sich nehmen, nicht verdaut wird.“ Die Alli’s gehen also davon aus, dass wir alle viel zu viel Fett essen, dies weiterhin so tun werden und uns dem ökonomischen Blödsinn leisten, den Körper mit Nahrung zu tanken, damit wir die Hälfte unverbraucht hinten wieder rauslassen. Ehrlicherweise wird auf die Nebenwirkung „Durchfall“ hingewiesen. Es ist nur zu hoffen, dass das Verdauungssystem der Alli-Einnehmer so gut funktioniert, dass dieses wirklich nur 50% des gegessenen Fettes unverdaut verabschiedet, und den Rest der Nahrung wie kostbares Eiweiss, die guten Fette (kann Alli zwischen guten und schlechten Fetten unterscheiden?), Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sauber verdaut und via Darmwand dem Blut zur Verfügung stellt. Aber eben, Alli wirke ja ausschliesslich auf natürliche Prozesse im Verdauungssystem.

Wissen Sie, was natürlich ist? Provozierter Durchfall sicher nicht.

Natürlich ist ja bekanntlich das Adjektiv von Natur. Der bewegte Mensch, der nach der 80/20%-Regel mit gesundem Menschenverstand isst und trinkt, genügend schläft, spielt, liebt und lebt ist der Natur näher als es Alli je einmal sein kann.

Die Philosophie von ÄQUILIBRIS TRAINING basiert auf naturwissenschaftlichen Tatsachen und öffnet Tür und Tor für ein gesundes und erlebnisreiches Leben. Bei Alli-babas steht das „Sesam öffne Dich“ wohl eher für den als Nebenwirkung deklarierten Durchfall.

PS: Fett meidet man nicht. Fett verbrennt man. Und wo bitte verbrennt das Fett im menschlichen Körper? Im Muskel, natürlich.

Patrik Meier, Geschäftsführer ÄQUILIBRIS TRAINING Frenkendorf

Dienstag, 16. Februar 2010 - 11:05 Uhr
Antworten: Trainingsreiz

Krafttraining ist Training zur Erhöhung der Kraft. Dies geschieht im wunderbaren Organ mit dem Namen Muskulatur. Krafttraining ist also Muskeltraining. Der trainierte Muskel ist grösser und stärker als der nicht trainierte Muskel. Beim trainierten Muskel ist jede Faser auf Arbeit getrimmt, freut sich für Sie zu arbeiten, Leistung zu erbringen und hängt nicht demotiviert wie eine Hängematte an Ihren Gelenken rum. Die motivierte (weil darauf trainierte) Muskelfaser lässt sie anders erscheinen, trägt Ihr Körpergewicht, macht Sie beweglich, beugt Rückenschmerzen vor, baut Ihre Knochen auf, schützt Sie bei Unfällen, verbrennt Ihr Zuviel an Fett, lässt Sie aufrecht durchs Leben gehen und tut dies auch bis ins hohe Alter. Dies tun die Muskeln aber nur, wenn Sie regelmässig gepflegt werden. Da unterscheiden Sie sich nicht von anderen Körperteilen. Oder hören Sie etwa mit 65 auf die Zähne zu putzen, die Haare zu waschen, die Fingernägel zu schneiden? Diese Pflege benötigt Zeit, welche wir heute für viele andere Tätigkeiten verbrauchen.

Sie haben den Anspruch, dass ein modernes Krafttraining effizient sein soll und wollen nichts dem Zufall überlassen. Dies ist auch der Anspruch von ÄQUILIBRIS TRAINING. Deshalb fordern wir Sie auch auf, sich von der Überzeugung „viel hilft viel“ zu verabschieden. Im gestrigen Blog haben wir Ihnen eine Studie zitiert, welche zum Schluss kam, dass ein optimales Krafttraining ein Einsatztraining ist.

Die Basis zu dieser Aussage ist die wissenschaftliche Tatsache, dass die Voraussetzung zur Stimulation von Kraft- und Muskelzuwachs ein „überschwelliger“ Trainingsreiz ist. Dies erzielen wir mit unseren Geräten mit einem Training, bei dem das gewählte Gewicht Ihnen bei 8-12 Wiederholungen die Energiespeicher des Muskels momentan total erschöpft und eine weitere Wiederholung mit einer sauberen Ausführung nicht mehr möglich ist. Dann und nur dann setzen Sie den richtigen Reiz, damit sich der Muskel vom Hängematten-Dasein verabschiedet und sich in den nächsten 24-78 Stunden zu einem „motivierten“ Muskel entwickelt. Diese Zeit braucht der Körper in jedem Fall, um sich anzupassen.

Es bringt nun herzlich wenig, nach einem sehr konzentrierten Satz à 8-12 Wiederholungen einen weiteren Satz anzuhängen, denn der überschwellige Reiz wurde gesetzt und ein weiterer Satz an Wiederholungen würde nur die Energievorräte des gesamten Körpers angreifen und die notwendige Erholungszeit noch einmal erhöhen.

Dass der Mehrsatztrainierende dem nicht Beachtung schenkt und viel zu früh das nächste Training absolviert ist bekannt. Dieses Training fällt dann in die Erholungsphase rein und nach anfänglichem Muskelaufbau führt dies zu einem nachfolgenden Muskelabbau.

Viel hilft beim Krafttraining als Körperhygiene eben nicht viel. Im morgigen Blog erhalten Sie noch mehr Antworten dazu.

Patrik Meier, Geschäftsführer ÄQUILIBRIS TRAINING Frenkendorf

Montag, 15. Februar 2010 - 18:52 Uhr
Es gibt sie, die Flinken und ganz speziell Cleveren...

... die immer wieder versuchen, die Augen vor den wissenschaftlichen Grundlagen zu verschliessen, und mit dem Strom zu schwimmen. Da wird aus lustigen Zeitschriften zitiert, aus dem Munde von Freunden nachgeplappert und zu guter Letzt werden noch Äpfel mit Birnen verglichen. Je jünger der Kunde, umso flinker und cleverer. Oder haben diese einfach zuviel Zeit, so dass sie nicht an der Effizienz eines Krafttrainings interessiert sind?

Der Stein des Anstosses ist die Frage, ob ein Mehrsatztraining bessere Resultate als ein Einsatztraining liefert.

Schon vor mehr als 30 Jahren hat sich Arthur Jones (Gründer von Nautilus und MedX) nach jahrelanger Erfahrung in allen Bereichen der Anwendung von Krafttraining - von Bodybuilding bis zu Krafttraining als therapeutische Massnahme - klar und deutlich geäussert:

Wer an der Erhöhung der Muskelmasse und mehr Kraft interessiert ist, sollte von jeder Übung einen Satz bis zur momentanen muskulären Erschöpfung durchführen, jede Muskelgruppe nur 1-3 Mal pro Woche trainieren, jede Übung langsam und kontrolliert ausführen und die Anzahl Wiederholungen auf 8 bis 12 begrenzen.

Jones’ Weisheit ist noch heute gültig und die Befolgung wichtiger denn je. Dies bestätigten auch die Herren Smith und Bruce-Low im Jahre 2004, als sie die verfügbaren wissenschaftlichen Studien untersuchten und zum Schluss kamen:

All well-controlled studies show no advantage in performing multiple sets.

Noch extremer wirkt die Aussage von Dr. med. Peter Neef nach einer Studie über den Nutzen von Mehrsatztraining: „Je grösser der Trainingsumfang und somit der Zeitaufwand war, desto geringer war der Muskelzuwachs.“ Die Studiengruppe mit dem 3fachen Trainingsumfang und dem 3fachen Zeitaufwand erreichte nicht einmal den Muskelzuwachs, der mit dem Einsatztraining möglich war. Eine wahrlich schlechte Ausbeutung bei der 3fachen Zeitinvestition.

Wie lässt sich dieser scheinbare Widerspruch erklären?
Die Antworten finden wir in den Stichwörtern Trainingsreiz, Superkompensation, Alles-oder-Nichts-Gesetz, MedX- vs. Hanteltraining.

Mehr dazu im morgigen Blog.

Patrik Meier, Geschäftsführer ÄQUILIBRIS TRAINING Frenkendorf

Montag, 14. September 2009 - 10:12 Uhr
Opfer oder Gestalter?

Mittlerweile beherbergt die schöne Insel Schweiz rund 7.7 Mio. Einwohner. 7.7 Mio. Menschen die entweder krank, gesund oder schleichend und Nichts ahnend auf dem Weg zur Krankheit sein können. Je grösser der Anteil der kranken Menschen, umso mehr muss das Krankenwesen leisten, damit die Menschen wieder gesund werden. Mehr Spitäler, mehr Ärzte, mehr Krankenkassen, mehr Medikamente, mehr Pharmafirmen, mehr Personal für die Administration. Mehr, mehr, mehr. Aufgrund des starken Wachstums dieses Gebildes steigt auch die Komplexität und mit dieser erhöhen sich die Kosten exponentiell. Nun ist dieses Gebilde natürlich auch ein Markt. Ein rasant wachsender Markt. Welcher andere Wirtschaftszweig kann im Moment seine Preise um bis zu 15% erhöhen? In der Businesswelt sind Märkte mit solchen Wachstumsraten extrem interessant und werden begleitet durch viele verschiedene Interessensgruppen. Da will sich jeder ein Stückchen des Kuchens abschneiden. Aber nicht nur das. Jede Interessensgruppe macht sich auch jederzeit Sorgen um sein Kuchenstück. Es soll keinesfalls kleiner oder dünner werden.

Deshalb gibt es im Krankenwesen (in der Presse spricht man vom Gesundheitswesen) auch keine Lösungen, um die Kosten im Griff zu haben. Dies spürt speziell Herr Couchepin, aber auch Mr. Barack Obama. Schuld sind immer die Anderen und so schieben sich die Akteure des Krankheitswesens gegenseitig die Schuld an der Kostenexplosion zu.

Als kleine Gesundheitsendverbraucher haben wir nun zwei Möglichkeiten. Entweder sorgen wir uns jeden Tag um die steigenden Kosten und sind Opfer eines systemischen Problems, oder wir fokussieren uns auf die Dinge, die wir persönlich verändern können.

Gemäss dem 1997 verstorbenen Neurologen und Psychiater Viktor Emil Frankl (verarbeitete seine Erlebnisse in den Konzentrationslagern des 2. Weltkriegs im Buch „...und trotzdem Ja zum Leben sagen“) gibt es einen grossen Kreis, den „Sorgenkreis“. In diesem ist alles vereint, was uns Sorgen macht. Dann gibt es aber auch noch den Kreis der Dinge, die wir aktiv beeinflussen können. Diesen Kreis nennt man den „Einflusskreis“.

In unserem Sorgenkreis sind wir Opfer und in unserem Einflusskreis sind wir Gestalter. Was wollen wir sein? Opfer oder Gestalter? Opfer des Krankheitswesens, welches versucht, sich auf über 25'000 Krankheiten zu konzentrieren oder Gestalter unseres eigenen Lebens, welches nur die eine, unsere eigene Gesundheit kennt?

Sicher ist. Egal auf welchen Kreis wir uns konzentrieren, dieser wird grösser. Wer sich auf den Einflusskreis der Gesundheit konzentriert, nimmt seine eigene Gesundheit selber in die Hand.

Man nennt dies auch EIGENVERANTWORTUNG und die Abkehr von der Drohmedizin hin zur Frohmedizin. ÄQUILIBRIS ist gelebte Eigenverantwortung und die beste Massnahme, um sich auf seinen Einflusskreis zu konzentrieren.

© Patrik Meier

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